Kleiner Blaupfeil

Orthetrum coerulescens (Fabricius, 1798)

Der Kleine Blaupfeil ist die kleinste und zierlichste der drei heimischen Blaupfeil-Arten. Er ist eng an naturnahe Quellbäche und Wiesengräben gebunden - Lebensräume, die durch Entwässerung und Gewässerausbau immer seltener werden. Daher ist diese Art gefährdet und verdient besondere Aufmerksamkeit.

Kurzsteckbrief

Größe36-40 mm Körperlänge
Flügelspannweite50-60 mm
FlugzeitJuni bis September
UnterordnungGroßlibellen (Anisoptera)
FamilieSegellibellen (Libellulidae)
GefährdungGefährdet (RL 3)

Erkennungsmerkmale

Männchen

Deutlich kleiner und zierlicher als die anderen Blaupfeile. Die blaue Bereifung des Hinterleibs ist mittelblau - heller als beim Großen, aber dunkler als beim Südlichen Blaupfeil. Der Thorax zeigt vorne zwei undeutliche dunkle Streifen. Die Augen sind blaugrau.

Weibchen

Gelblich-braun gefärbt. Kleiner und zierlicher als die Weibchen der anderen Blaupfeil-Arten.

Größenvergleich

Der Größenunterschied zu den anderen Blaupfeilen ist im direkten Vergleich deutlich. Der Kleine Blaupfeil wirkt insgesamt zarter und schmaler.

Lebensraum

Diese Art ist spezialisiert auf Quellbäche, quellnasse Wiesen und naturnahe Wiesengräben mit kühlem, sauberem Wasser. Sie braucht Fließgewässer mit geringer Strömung und sonnigen Stellen.

Verbreitung

In Deutschland zerstreut, mit Schwerpunkten in den Mittelgebirgen und dem Alpenvorland. Durch Lebensraumverlust vielerorts verschwunden oder stark zurückgegangen.

Gefährdung

Die Entwässerung von Feuchtwiesen, die Begradigung und Verrohrung von Bächen und die Eutrophierung der Gewässer haben die Bestände stark dezimiert. Schutz und Renaturierung von Quellbächen sind dringend notwendig.

Beobachtungstipps

Suchen Sie im Sommer sonnige Quellbäche oder Wiesengräben mit klarem Wasser auf. Die Männchen sitzen auf niedrigen Pflanzen oder dem Boden am Ufer. Die geringe Größe ist das beste Unterscheidungsmerkmal.

Ähnliche Arten

Der Große Blaupfeil und der Südliche Blaupfeil sind deutlich größer.