Herbst-Mosaikjungfer

Aeshna mixta (Latreille, 1805)

Die Herbst-Mosaikjungfer verdankt ihren Namen der späten Flugzeit - wenn andere Libellenarten bereits verschwunden sind, patrouilliert sie noch fleißig über den herbstlichen Gewässern. Für mich persönlich markiert ihr Erscheinen den Höhepunkt der Libellensaison: Wenn Anfang August die ersten Exemplare auftauchen, weiß ich, dass nun die schönste Zeit am Teich beginnt.

Kurzsteckbrief

Größe 56-64 mm Körperlänge
Flügelspannweite 75-85 mm
Flugzeit August bis November
Unterordnung Großlibellen (Anisoptera)
Familie Edellibellen (Aeshnidae)
Gefährdung Deutschland Nicht gefährdet

Erkennungsmerkmale

Die Herbst-Mosaikjungfer ist eine mittelgroße Edellibelle mit einem charakteristischen Erkennungsmerkmal: dem gelben, keilförmigen Fleck auf dem zweiten Hinterleibssegment. Dieses "Dreieckszeichen" ist bei beiden Geschlechtern vorhanden und macht die Bestimmung auch im Flug möglich.

Männchen

Männchen zeigen eine bräunliche Grundfärbung mit hellblauen Flecken auf dem Hinterleib. Die Augen sind blaugrün. Die Flügel sind klar und ohne auffällige Färbung. Der bereits erwähnte gelbe Keil auf dem zweiten Segment ist das wichtigste Bestimmungsmerkmal.

Weibchen

Die Weibchen sind überwiegend bräunlich gefärbt mit gelblichen bis grünlichen Flecken. Sie sind insgesamt etwas kräftiger gebaut als die Männchen. Auch bei ihnen ist der gelbe Keil deutlich sichtbar.

Lebensraum

Die Herbst-Mosaikjungfer ist eine typische Art der stehenden Gewässer. Sie bevorzugt Teiche, Weiher und kleine Seen mit gut entwickelter Ufervegetation. Anders als manche ihrer Verwandten ist sie auch an nährstoffreichen Gewässern zu finden - selbst an manchen Dorfteichen fühlt sie sich wohl.

Für die Eiablage benötigt das Weibchen schwimmende oder überhängende Pflanzenteile. Die Larven entwickeln sich meist innerhalb eines Jahres, was für eine Edellibelle ungewöhnlich schnell ist.

Verbreitung in Deutschland

Die Herbst-Mosaikjungfer ist in ganz Deutschland verbreitet und gehört zu den häufigsten Edellibellen. Vom Norddeutschen Tiefland bis zu den Alpen ist sie regelmäßig anzutreffen. In den letzten Jahrzehnten hat sie ihr Areal sogar ausgedehnt - möglicherweise eine Folge der Klimaerwärmung.

Auch in Österreich und der Schweiz ist die Art weit verbreitet und häufig.

Verhalten

Flugverhalten

Die Herbst-Mosaikjungfer ist ein ausdauernder Flieger. Die Männchen patrouillieren in einer Höhe von etwa ein bis drei Metern über dem Wasser. Charakteristisch ist ihr etwas "ruheloserer" Flug im Vergleich zu anderen Mosaikjungfern - sie wechseln häufig die Richtung und schweben selten lange an einer Stelle.

Paarung und Eiablage

Die Paarung findet im Flug oder sitzend in der Vegetation statt. Die Eiablage erfolgt im Tandem: Das Männchen hält das Weibchen mit seinen Hinterleibsanhängen am Kopf fest, während dieses die Eier in Pflanzengewebe einsticht. Dieses Verhalten können Sie besonders am Spätnachmittag beobachten.

Ähnliche Arten

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist deutlich grüner und blauer gefärbt und hat keinen gelben Keil. Die Braune Mosaikjungfer ist größer und hat bernsteinfarbene Flügel. Die Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) kommt vor allem in Moorgebieten vor und hat durchgehend blaue Augen.

Beobachtungstipps

Die Herbst-Mosaikjungfer lässt sich am besten zwischen Ende August und Anfang Oktober beobachten. Suchen Sie Teiche und Weiher mit Schilfgürteln auf. Besonders an sonnigen Nachmittagen im September können Sie oft zahlreiche Exemplare beobachten.

Ein guter Tipp: Achten Sie auf Waldränder in Gewässernähe. Dort jagen die Tiere oft nach Insekten und lassen sich manchmal an Zweigen nieder - eine gute Gelegenheit, den gelben Keil aus der Nähe zu betrachten.