Buchempfehlungen

Aus der Vielzahl der mittlerweile erhältlichen Bücher über Libellen habe ich versucht, einen bunten Querschnitt des Angebots für Sie zusammenzustellen. Mein "Portfolio" reicht vom schönen Bilderbuch bis hin zum speziellen Bestimmungsbuch für Exuvien.

Die Bücher habe ich verschiedenen Kategorien zugeordnet. Diese Einteilung ist natürlich subjektiv, bietet aber einen ersten Anhaltspunkt. Ich empfehle Ihnen, meine Kurzkommentare zu den einzelnen Büchern durchzulesen - vielleicht finden Sie so Ihr nächstes Libellenbuch.

Alle genannten Bücher können Sie über Ihren örtlichen Buchhändler beziehen. Vergriffene oder antiquarische Bücher finden Sie möglicherweise im ZVAB (Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher) oder bei booklooker.de.

Sehr schöne und interessante Bilder

Libellen: Jäger mit gläsernen Schwingen

Labhardt, F. (1993). Luzern: Kinderbuchverlag. 40 S. Leider vergriffen.

Der Name des Verlages zeigt die Zielgruppe an: Kinder ab 6 Jahren. Trotzdem ist es auch für Erwachsene geeignet. Es besticht durch wunderschöne, detaillierte Fotografien, die das Leben einer Libelle nachzeichnen. Hervorragend für den ersten Einstieg.

Juwelenschwingen - Geheimnisvolle Libellen

Hilfert-Rüppell, D. & G. Rüppell (2007). Cremlingen: Splendens-Verlag. 168 S., zweisprachig deutsch/englisch. ISBN 978-3-00-020389-3.

Ergebnis jahrzehntelanger intensiver Beschäftigung mit Libellen. Georg Rüppell benutzt seit vielen Jahren eine Hochgeschwindigkeitskamera für neue Entdeckungen im Leben der Libellen. Seine Filme sind Klassiker der Naturfilme. Zusammen mit seiner Frau hat er dieses zweisprachige Buch herausgebracht - ein Werk, das in keinem Bücherschrank fehlen sollte!

Dragonflies of the World

Silsby, J. (2001). Collingwood: CSIRO. 216 S., englisch. ISBN 0-946589-64-X.

Ein Überblick über die Libellenarten unserer Erde. Nach einem lesenswerten Einführungsteil folgen die bunten Libellen der Welt. Wegen der vielen exotischen, farbenfrohen Arten sehr empfehlenswert - auch für nicht Englisch Sprechende interessant!

Einführung

Der Kosmos Libellenführer

Bellmann, H. (aktuellste Auflage). Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlag. 272 S. ISBN 978-3-440-10616-7.

DAS Buch, welches in die Thematik "Libellen" einführt. Nach einem allgemeinen Teil (Körperbau, Lebenslauf, Lebensräume) folgen bebilderte Bestimmungsschlüssel. Den Hauptteil nehmen die Einzelbeschreibungen aller mitteleuropäischen Libellenarten ein. Wer nur Geld für ein einziges Buch hat: Nehmen Sie den "Bellmann"!

Dragonflies: Behaviour and Ecology of Odonata

Corbet, P.S. (1999). Colchester: Harley-Books. 829 + XXXII S., englisch. ISBN 0-946589-64-X.

Die "Bibel" der Libellenforscher! Es gibt keinen Aspekt im weltweiten Libellen-Ozean, über den hier nichts steht. Der Autor hat das weltweit zerstreute Libellenwissen gesammelt und zusammengefasst wie wohl kein Zweiter. Für denjenigen, der den "Bellmann" verinnerlicht hat und sich intensiver mit Libellen beschäftigen will.

Die Libellen unserer Heimat

Schiemenz, H. (1953). Jena: Urania-Verlag. 154 S. Vergriffen.

Hans Schiemenz hat der Libellenforschung in Deutschland einen großen Anstoß gegeben. Er war es, der den Libellen deutsche Namen gab, die sich am Verhalten oder der Färbung orientieren. Obwohl lange vergriffen, darf es wegen seiner historischen Bedeutung in keiner Libellenbibliothek fehlen.

Die Libellen Baden-Württembergs (2 Bände)

Sternberg, K. & R. Buchwald (Hrsg.) (1999/2000). Stuttgart: Ulmer. Bd. 1: 468 S., Bd. 2: 712 S.

Eigentlich eine regionale Fauna, aber dieses Werk fasst das gesamte deutsche Wissen über 75 der deutschlandweit etwa 80 Arten zusammen. Eine ungeheure Datenfülle zu jeder Art - für jeden fortgeschrittenen Libellenfreund ein unbedingtes Muss!

Libellenfauna - landesweit

Field Guide to the Dragonflies of Britain and Europe

Dijkstra, K.-D.B. & R. Lewington (2006). Gillingham: British Wildlife Publishing. 320 S., englisch.

Die aktuellste Darstellung der Libellenfauna Europas. Enthält einen reich bebilderten Bestimmungsschlüssel und einen umfangreichen "regional guide". Die hervorragenden, detaillierten Farbzeichnungen machen das Buch auch ohne Englischkenntnisse wertvoll.

Libellen Österreichs

Raab, R., A. Chovanec & J. Pennerstorfer (2007). Wien: Umweltbundesamt & Springer. 343 S.

Ein klassischer Verbreitungsatlas mit Vorstellung aller österreichischen Libellenarten. Jede Art auf einer Doppelseite mit Verbreitungskarte und Höhenverteilung. Enthält auch eine neue Rote Liste. Wer sich in Österreich mit Libellen beschäftigt, kommt um dieses Buch nicht herum.

Odonata - Die Libellen der Schweiz

Wildermuth, H., Y. Gonseth & A. Maibach (Hrsg.) (2005). Fauna Helvetica 12. Neuchâtel: CSCF. 398 S.

Kommt ganz ohne Fotografien aus, nur mit 126 Farbillustrationen von Paul-André Robert. Dadurch gewinnt es seinen eigenen Reiz. 80 Prozent der Seiten widmen sich den einzelnen Arten. Ein tolles Buch, nicht nur für Schweizer.

Libellenfauna - regional

Libellen in Bayern

Bayerisches Landesamt für Umweltschutz & Bund Naturschutz in Bayern (Hrsg.) (1998). Stuttgart: Ulmer. 333 S.

Über 90.000 Nachweise von über 14.000 Fundorten - wahrlich eine Fleißarbeit! Besonders die vielen Angaben zu den einzelnen Lebensräumen sind sehr interessant. Ein großformatiges und großartiges Werk.

Die Libellenfauna Sachsens

Brockhaus, T. & U. Fischer (Hrsg.) (2005). Rangsdorf: Natur & Text. 427 S.

Über 25.000 Datensätze flossen in dieses Buch ein. Besonders interessant: Die ausführliche Darstellung der einzelnen Naturräume und ihrer Libellenfauna. Sehr empfehlenswert wegen der Kurzbeschreibungen der Arten.

Die Libellen Tirols

Landmann, A., G. Lehmann, F. Mungenast & H. Sonntag (2005). Innsbruck, Wien: Berenkamp. 324 S.

Die erste umfangreiche Veröffentlichung einer regionalen österreichischen Libellenfauna. Mit praktischer Übersichtstabelle zum Vorkommen und Rote-Liste-Status. Zeigt auch den Forschungsbedarf auf.

Verbreitungsatlas der Libellen im Freistaat Thüringen

Zimmermann, W., F. Petzold & F. Fritzlar (2005). Naturschutzreport 22. 224 S. Vergriffen.

Ein Beispiel dafür, dass eine regionale Libellenfauna auch klein und fein sein kann. Über 37.500 Nachweise von über 3.000 Fundorten zeigen den guten Durchforschungsgrad Thüringens.

Bestimmungsbuch - Libellen

Libellen (DJN-Bestimmungsschlüssel)

Lehmann, A. & J.H. Nüß (1998). Hamburg: Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung. 130 S.

Das Standardwerk, das man als Libellenfreund haben muss. Der Bestimmungsschlüssel berücksichtigt die Arten Nord- und Mitteleuropas sowie Frankreichs. Hervorragend bebildert, mit Flugzeittabellen und Verbreitungskärtchen. Dieses Büchlein darf in keiner Libellenbibliothek fehlen!

Bestimmungsbuch - Exuvien

Wer sich intensiver mit Libellen beschäftigt, will auch wissen, ob sich in "seinen" Gewässern die Libellen erfolgreich vermehrt haben. Dafür ist die Untersuchung der Exuvien notwendig. Sie benötigen eine gute Lupe (mindestens 10-fache Vergrößerung) und eines dieser Bücher:

Die Exuvien europäischer Libellen

Gerken, B. & K. Sternberg (1999). Höxter, Jena: Arnika & Eisvogel. 354 S., zweisprachig deutsch/englisch. Vergriffen.

Nur ein Kapitel: Bestimmungsschlüssel. Aber überaus detailliert mit vielen Zeichnungen. Sehr gut ist das aufklappbare Glossar am Ende. Für alle, die sich mit Exuvien-Bestimmung beschäftigen.

Die Libellenlarven Deutschlands - Handbuch für Exuviensammler

Heidemann, H. & R. Seidenbusch (2002). Keltern: Goecke & Evers. 328 S.

Das Standardwerk für die Exuvien-Bestimmung. Sehr guter und genauer Bestimmungsschlüssel mit Angaben zu Lebensraum, Schlupfsubstrat und Schlupfzeit. Das genaueste Bestimmungsbuch auf dem Markt.

Clé de détermination des exuvies des odonates de France

Doucet, G. (2010). Bois-d'Arcy: Société française d'odonatologie. 64 S., französisch.

Obwohl ganz französisch, hat mich dieses Büchlein sofort begeistert: Großformatige Farbfotos begleiten jeden Bestimmungsschritt. Alle deutschen Großlibellen-Exuvien sind damit bestimmbar. Das überzeugendste Argument: der günstige Preis. Für Einsteiger in die Exuvien-Bestimmung unbedingt empfehlenswert!

Einzelne Artgruppen

Bücher, die sich speziell mit einzelnen Libellenarten bzw. -artgruppen (Gattungen, Familien) beschäftigen, sind rar. Die Bücher der Neuen Brehm-Bücherei füllen diese Lücke - jedes widmet sich ausführlich einer Libellenfamilie.

Die Edellibellen Europas - Aeshnidae

Peters, G. (2006). Neue Brehm-Bücherei Bd. 585. Hohenwarsleben: Westarp-Wissenschaften. 140 S.

Unverändeter Nachdruck der 1987er Auflage, hat aber nichts an Aktualität verloren. Umfangreiche und interessante Vorstellung der europäischen Edellibellen.

Die Federlibellen Europas - Platycnemididae

Martens, A. (1996). Neue Brehm-Bücherei Bd. 626. Magdeburg: Westarp-Wissenschaften. 149 S.

Ausführliche Vorstellung von Fortpflanzungsbiologie und Lebenszyklus. Hauptaugenmerk auf der Blauen Federlibelle, der einzigen in Deutschland heimischen Art dieser Familie.

Die Flußjungfern Europas - Gomphidae

Suhling, F. & O. Müller (1996). Neue Brehm-Bücherei Bd. 628. 237 S.

Stellt auch die Arten der Türkei und des Maghreb vor. Neben allgemeiner Biologie wird speziell auf die Ökologie der Larvenstadien einiger gut untersuchter Arten eingegangen.

Die Binsenjungfern und Winterlibellen Europas - Lestidae

Jödicke, R. (1997). Neue Brehm-Bücherei Bd. 631. Magdeburg: Westarp-Wissenschaften. 277 S.

Die Binsenjungfern sind typische Hochsommerarten, die Winterlibellen überwintern als einzige europäische Libellen als ausgewachsene Libelle. Umfassende Zusammenfassung des Wissens über diese Familie.

Die Prachtlibellen Europas - Calopterygidae

Rüppell, G., D. Hilfert-Rüppell, G. Rehfeldt & C. Schütte (2005). Neue Brehm-Bücherei Bd. 654. 255 S.

Die beiden Erstautoren sind ausgewiesene Kenner der Prachtlibellen. Jahrzehnte lang haben sie sich mit dem Flugverhalten beschäftigt. Hauptbestandteil des Buches sind ihre spannenden Untersuchungsergebnisse.

Die Falkenlibellen Europas - Corduliidae

Wildermuth, H. (2008). Neue Brehm-Bücherei Bd. 653. Hohenwarsleben: Westarp-Wissenschaften. 498 S.

Einfach einzigartig! Fast 500 Seiten, als erstes Buch der Neuen Brehm-Bücherei mit festem Einband. Der Autor beleuchtet alle Facetten einer Libelle - vom Ei bis zur Imago - wissenschaftlich exakt und doch allgemeinverständlich. Was lange währt, wird endlich gut - unbedingt empfehlenswert!