Großes Granatauge
Erythromma najas (Hansemann, 1823)
Das Große Granatauge ist eine der auffälligsten Kleinlibellen - nicht wegen seiner Körperfärbung, sondern wegen seiner leuchtend roten Augen! Der Name "Erythromma" bedeutet "rotes Auge" (griechisch erythros = rot, omma = Auge), und tatsächlich sind die blutroten Augen der Männchen unverkennbar. Wenn Sie an einem sonnigen Tag auf Seerosenblättern sitzen sehen, werden diese roten Augen Sie aus einiger Entfernung anleuchten.
Kurzsteckbrief
| Größe | 30-36 mm Körperlänge |
|---|---|
| Flügelspannweite | 36-44 mm |
| Flugzeit | Mai bis August |
| Unterordnung | Kleinlibellen (Zygoptera) |
| Familie | Schlanklibellen (Coenagrionidae) |
| Gefährdung Deutschland | Nicht gefährdet |
Erkennungsmerkmale
Männchen
Das wichtigste Merkmal sind die leuchtend roten Augen - bei keiner anderen heimischen Kleinlibelle so ausgeprägt! Der Thorax ist dunkel bronzefarben ohne helle Streifen. Der Hinterleib ist überwiegend schwarz mit blauer Zeichnung an der Basis und am Ende (Segmente 9-10 blau). Die Körperfärbung ist insgesamt dunkler als bei den Azurjungfern.
Weibchen
Weibchen haben bräunliche bis olivgrüne Augen (nicht rot). Der Körper ist gelblich-grün mit dunkler Zeichnung. Sie sind unauffälliger als die Männchen.
Lebensraum
Das Große Granatauge ist eng an Schwimmblattpflanzen gebunden. Sie finden es typischerweise auf Seerosenblättern, Teichrosen und anderen Schwimmblattpflanzen sitzend. Größere Seen, Weiher und Teiche mit Schwimmblattvegetation sind ideale Lebensräume.
Verbreitung
In Deutschland ist das Große Granatauge weit verbreitet und an geeigneten Gewässern häufig. Es fehlt nur dort, wo Schwimmblattvegetation fehlt. In Österreich und der Schweiz ist es ebenfalls verbreitet.
Verhalten
Das Große Granatauge sitzt fast ausschließlich auf Schwimmblättern - nur selten auf Ufervegetation. Die Männchen besetzen Reviere auf den Blättern und verteidigen diese gegen Konkurrenten. Die Eiablage erfolgt in die Blätter und Stängel der Schwimmblattpflanzen.
Beobachtungstipps
Suchen Sie Gewässer mit Seerosen oder Teichrosen auf. Schauen Sie auf die Schwimmblätter - dort sitzen die Granataugen oft gut sichtbar. Die roten Augen der Männchen sind selbst aus einiger Entfernung erkennbar. Ein Fernglas ist hilfreich.
Ähnliche Arten
Das Kleine Granatauge ist kleiner und die Männchen haben weniger Blau am Hinterleib. Azurjungfern haben blaue oder grüne Augen, nie rote.
